Aufstellungsversammlung: Kandidaten der Kienberger Bürgerliste
Kein eigener Bürgermeisterkandidat
Die Kienberger Bürgerliste tritt als politische Vereinigung zur Kommunalwahl an – jedoch ohne eigenen Kandidaten für das Bürgermeisteramt. Der Schwerpunkt liegt auf der Arbeit im Gemeinderat und der Gestaltung der Gemeindeentwicklung.
Die Versammlung: einstimmige Nominierung einer vielfältigen Liste
Im Nebenzimmer des Gasthofs „Zur Post“ wurden zwölf Kandidatinnen und Kandidaten aus unterschiedlichen Alters- und Berufsgruppen nominiert. Die Abstimmung erfolgte einstimmig. Leitlinien für die kommende Legislatur sind insbesondere Ökologie sowie eine gesunde Ortsentwicklung.
Wahlleitung und Grundverständnis
Eröffnet wurde die Aufstellungsversammlung vom ehemaligen Gemeinderatsmitglied Rudi Rahn. Als Wahlleiter wurde Josef Beutlrock einstimmig gewählt, der selbst mehrere Legislaturperioden für die Bürgerliste im Gemeinderat tätig war. Beutlrock betonte den Anspruch, der bereits im Namen steckt: Politik im Sinne der Kienberger Bürgerinnen und Bürger – bürgernah, sachorientiert und transparent.
Gruppenfoto – die anwesenden Kandidaten
Auf dem Foto sind (vorne, von links) Ludwig Wurmannstätter, Diana Kießling und Georg „Jacky“ Buchner zu sehen sowie (Mitte, von links) Max Bernauer, Franz Schmid und Michael Leitner sowie (oben, von links) Michael Pichler, Helena Maier und Matthias Urbauer. Foto: Schlaipfer
Die ersten Listenplätze im Überblick
Platz 1: Georg „Jacky“ Buchner
Georg Buchner, in Kienberg als „Jacky“ bekannt, steht auf Platz 1 der Liste. Der 54-jährige verheiratete Anwendungstechniker möchte sich besonders für das Vereinsleben einsetzen. Wichtig ist ihm, den Bürgerinnen und Bürgern zuzuhören und ihre Bedürfnisse zu kennen. Gleichzeitig betont er den Anspruch, die Arbeit im Gemeinderat transparent zu gestalten – eine Erfahrung aus seiner bisherigen Tätigkeit.
Platz 2: Diana Kießling
Diana Kießling ist seit 2011 in Kienberg verwurzelt, verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Sie ist in der Kienberger Frauengemeinschaft engagiert. Nach einer technischen Ausbildung und Berufserfahrung hat sie sich neu orientiert und arbeitet heute als Lern-Coach an der Kienberger Grundschule.
Mit Blick auf den Ausbau der Mittagsbetreuung ab 2026 sieht sie ein wichtiges Zukunftsthema für die Gemeinde. Für sie gehören Infrastruktur und Lebensqualität zusammen – dazu zählt auch eine verlässliche Nahversorgung. Außerdem setzt sie sich dafür ein, dass der Gemeinderat die Bevölkerung besser widerspiegelt: Mehr Frauen im Gremium seien aus ihrer Sicht notwendig.
Platz 3: Ludwig Wurmannstätter
Ludwig Wurmannstätter ist als IT-Spezialist fest im Vereinsleben verankert und engagiert sich in verschiedenen Bereichen des Sportvereins sowie im Team „Zukunft TuS Kienberg“. Er beschreibt sich als zuverlässigen Teamplayer: authentisch, lernbereit, offen für Neues, diplomatisch und zukunftsorientiert. Sein Ziel sind tragfähige Kompromisse, die möglichst als „Win-Win“-Lösungen funktionieren.
Weitere Kandidaten: Erfahrung und Nachwuchs
Platz 4: Franz Schmid
Mit Franz Schmid findet sich ein Bauexperte auf Platz 4. Er wirkte aufgrund seiner beruflichen Qualifikation bereits bei mehreren Bauprojekten der Gemeinde mit – unter anderem bei der Sanierung des Gasthofs „Zur Post“ in seiner bisherigen Gemeinderatszeit. Beim Neubau des Feuerwehrhauses könnte er erneut seine Expertise einbringen. Zudem hebt er die Bedeutung von Transparenz in der Gemeindepolitik hervor.
Platz 5: Max Bernauer
Der 39-jährige Max Bernauer ist beim TuS Kienberg aktiv und trainiert die E-Jugend. Ihm ist wichtig, die Mehrzweckhalle zu erhalten, damit der Sportbetrieb – insbesondere für den Nachwuchs – auch im Winter gesichert bleibt.
Platz 6: Michael Leitner
Michael Leitner ist Ausbildungsleiter am Oberlandesgericht München. Gerechtigkeit und soziale Belange liegen ihm am Herzen – nicht zuletzt auch durch seine familiäre Prägung: Seine Mutter Margarete war lange im Gemeinderat aktiv und ist heute Seniorenbeauftragte.
Sein Leitgedanke: Politik in der Gemeinde muss für die Bürgerinnen und Bürger da sein – Eigeninteressen gehören nicht in den Gemeinderat. Wichtig sind ihm verlässliche Grundlagen des täglichen Lebens vor Ort: Kita, Schule und Nahversorgung.
Ziele einzelner Kandidaten: Dorfentwicklung, Klima, Zusammenhalt
Platz 7 Matthias Urbauer: familienfreundliche Entwicklung ohne zusätzliche Versiegelung
Matthias Urbauer möchte im Gemeinderat Verantwortung übernehmen – inspiriert durch die kommunalpolitische Erfahrung seines Vaters, des ehemaligen Bürgermeisters Hans Urbauer. Als Biobauer, der den Hof weiterführt, setzt er auf eine familienfreundliche Dorfentwicklung, ohne weitere Flächen zu versiegeln.
Platz 8: Michael Pichler: sachorientiert und zukunftsgerichtet
Michael Pichler fand über die öffentliche Diskussion zu Windenergie den Weg zur Bürgerliste. Seine sachlichen Argumente für ökologische Energiepolitik spiegeln seine Haltung wider. Auch er betont eine gesunde Ortsentwicklung – inklusive Erhalt von Schule und Kita – und sieht Kienberg als Gemeinde, die zukunftsorientiert wachsen können muss.
Platz 9: Julia Backsen: Engagement für Hilfsbedürftige
Julia Backsen ist für ihre Anlaufstelle für Hilfsbedürftige im „Lebenshaus“ in Siboling bekannt. Die Betreuerin konnte bei der Versammlung nicht anwesend sein, ist aber nach Aussage von Josef Beutlrock mit dem Lebenshaus zu einer Institution in Kienberg geworden. Sie kandidiert seit rund 20 Jahren auf der Liste der Bürgerliste.
Platz 10: Theresia Janßen-Stalleicher: Nachhaltigkeit und Gemeinwohl
Theresia Janßen-Stalleicher gilt als Vorreiterin für ökologische Ansätze in Kienberg – von Nachhaltigkeit bis Gemeinwohl. Neben ihrem Engagement (unter anderem als langjährige Vorsitzende des Gartenbauvereins) arbeitet sie in eigener Praxis in den Bereichen Mediation, Supervision und Coaching sowie in gesetzlichen Betreuungen.
Platz 11: Helena Maier: Nachhaltigkeit und Nutzung bestehender Potenziale
Helena Maier möchte sich für ökologische Gemeindepolitik einsetzen. Nachhaltigkeit ist ihr wichtig – dazu zählt aus ihrer Sicht, nicht weiter Flächen zu versiegeln, sondern bestehenden Wohnraum besser zu nutzen und auszubauen.
Platz 12: Jens Schrader: Dorfladen wiederbeleben
Jens Schrader möchte den Dorfladen wiederbeleben und befürwortet den Ausbau der Radwege, vorallem Richtung Obing.
Abschluss: „Starke Liste“ und klare Zustimmung
Die Wahl erfolgte in geheimer Abstimmung, wobei en bloc über die Liste entschieden wurde – mit 100 Prozent Zustimmung. Ersatzkandidaten gibt es nicht; bei Ausfällen sollen vakante Plätze durch Mehrfachnennungen von oben nach unten aufgefüllt werden.
Rudi Rahn dankte allen für die Bereitschaft, dieses Ehrenamt zu übernehmen. Er sprach von einer starken Liste, die verschiedene Alters- und Berufsgruppen abbildet, die Bevölkerung gut repräsentiert und mit vier Frauen auch eine deutlich weiblichere Perspektive einbringt – mit dem Ziel, Kienberg als lebens- und liebenswertes Dorf zu erhalten und weiterzuentwickeln.































